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S.S. Sir Robert Baden Powell Diving & Sailing Cruises

Sir Robert in der "Welt"

07.04.2005 - Unter Segeln Menorca umrunden -
Artikel über Sir Robert in der "Welt"

Romantischer Törn: Auf dem Hochsee-Segler "Sir Robert Baden Powell"
zu malerischen Häfen und verschwiegenen Buchten

Von Manuela Kirschner

So müssen Entdecker gefühlt haben. Auf einem stolzen Großsegler, unter
weißen, windgebauschten Segeln - und vor dem Bug taucht am Horizont
eine Insel auf. Auch wir stehen so an Deck, den Blick voraus auf den
Landstreifen, der langsam größer wird. Unsere Insel heißt Menorca.

Gut, die Landkarten verzeichnen sie bereits. Doch das unwiderstehliche
Gefühl von Romantik, Abenteuer und Ungebundenheit, das empfindet jeder
an Bord. Zumal unser Schiff nicht irgendein Segler ist. Es ist die Sir
Robert Baden Powell. Ein Hochsee-Segler in der eleganten Form eines
klassischen Baltimore-Klippers.

Getakelt mit 600 Quadratmeter Segelfläche, einer Länge von 42 Meter,
mit weißem Stahlrumpf, Deck und Masten aus honigfarbenem Holz. Der
Windjammer macht nicht nur optisch eine Traumfigur. Internationale
Siege bei Großschiff-Regatten unterstreichen die hervorragenden
Segeleigenschaften.

Unsere Reise jedoch verlangt kein Tempo. Eher einen gemächlichen Takt.
Erlebnis und Entdeckungen sind das Ziel. Mit einem Hotelaufenthalt hat
jeder seine Erfahrungen. Und konkrete Vorstellungen. Doch wie sieht
das Urlauberleben auf einem Großsegler auf? Eine Frage, die sich in
unserer Gruppe jeder vorab gestellt hat. Die Antwort fiel nach einer
Woche einstimmig aus. Zunächst ist da überraschend viel Freiraum. Wer
einmal auf den gängigen 10- bis 15-Meter-Yachten mitgesegelt hat, wird
die Größe der Sir Robert als Quantensprung empfinden.

Irgendwo an Deck gibt es immer einen Platz für sich allein, vom
großzügigen Salon und den Kabinen ganz zu schweigen. Dann das Flair,
ein unwiderstehliches Gefühl von Romantik und Abenteuer, das selbst
eingefleischte Landratten packt: Beim abendlichen Sundowner auf der
Sitzgruppe am Heck. Beim Gleiten über die See, wenn das Knarzen in der
Takelage und der Wind in den Segeln die einzigen Fahrtgeräusche sind.
Beim Lümmeln im Klüvernetz, das so etwas ist wie eine riesige
Hängematte am Bugspriet. Bei der Einfahrt in einen Hafen, wenn
Einheimische wie Touristen stehen bleiben und die Sir Robert alle
Blicke auf sich zieht. Wenn Flaneure am Hafenkai in ihren Augen den
Glanz von Träumen aus Kinderzeiten bekommen. Wenn es dann heißt, Anker
lichten, Segel setzen und das nächste Ziel angesteuert wird.

Wie diese Mischung genau ausfällt, liegt in den eigenen Händen. "Wir
sind klein genug für Flexibilität und individuellen Ablauf" sagt Karin
Volkening. Sie und ihr Lebensgefährte Karsten Börner sind die Eigner
des Schiffes. "Bei Gruppen mit Vollcharter sind unsere Törns auf das
jeweilige Interesse ausgerichtet", fährt sie fort. So etwas
funktioniert wohl nur, wenn die Eigner wie bei der Sir Robert alles
selber konzipieren - und mit an Bord sind. Karsten ist in dem Team der
Kapitän mit mehr als 20 Jahren Erfahrung. Karin, ehemals Juristin und
durch die Liebe nicht nur zur Sir Robert zur Seefrau gewandelt,
gestaltet und organisiert, ist für Gäste und Crew zuständig. Zum
Konzept der Sir Robert gehören ebenso Incentivereisen, Spezialtörns
wie Segeln und Golfen. Selbst für Tauchgänge ist alles Notwendige an
Bord. Wer selber mal beim Segeln mit anfassen möchte - kein Problem.
Auch ohne Vorkenntnisse kann unter Anleitung beim Manöver geholfen
werden.

Auch wenn der Windjammer das Zeug zum Hauptdarsteller hat: Menorca ist
weit mehr als nur Kulisse. Ciutadella im Westen der Insel etwa. Die
Hafenstadt ist ein mediterranes Juwel, mit einem malerischen, tief ins
Land schneidenden Hafen, einer von Restaurants gesäumten Flaniermeile
und einer wunderschönen Altstadt, die sich trotz Tourismus selbst treu
geblieben ist. Mit diesem spanischen Vorzeigestädtchen wetteifert die
im Osten gelegene Hauptstadt Mahón, auch Maó genannt. Die liebliche
Seite Menorcas ist der Süden mit verträumten, kleinen Buchten,
türkisfarbenem Wasser und langen, feinsandigen Stränden. Unsere Woche
jedenfalls verging nicht im Fluge, sondern in einem zeitlosen Rhythmus
von Wind und Meer, Sonnenuntergängen und einer ganz unüblichen Art
eines Inselurlaubs.

Artikel erschienen am Fr, 18. März 2005
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